Getreide und Grünland effizient düngen

Aufgrund der Sperrfrist erfolgt die Ausbringung von flüssigen Wirtschaftsdüngern mitunter zu einem Zeitpunkt, zu dem sich der Nährstoffbedarf der Kulturen noch nicht eingestellt hat.

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© RWA

Stickstoff-Stabilisierung von organischen Düngern

Nitrifikationsinhibitoren wie Entec FL reduzieren Stickstoffverluste und erhöhen die Effizienz der Gülledüngung.
Flüssige Wirtschaftsdünger sind wertvolle Mehrnährstoffdünger und tragen wesentlich zur Nährstoffversorgung der landwirtschaftlichen Kulturen bei. Während die Phosphat- und Kaliumwirkung jener der Mineraldünger ebenbürtig ist, unterliegt der Wirkungsgrad von Stickstoff vielfältigen Verlustrisiken: Ammoniakausgasungen, Lachgasemissionen und Verluste durch Nitratverlagerungen und -auswaschungen. Dies kann den Wirtschaftsdüngerkreislauf erheblich beeinträchtigen.

„Aktionsprogramm Nitrat 2012“, ÖPUL und „Grundwasser 2020“ (ÖPUL-Maßnahme „Vorbeugender Grundwasserschutz“) – diese Maßnahmen und Programme legen unter anderem fest, welche Stickstoffmengen rasch wirksamer Stickstoffdüngemittel im Herbst ausgebracht werden dürfen. Für die Herbstdüngung von Zwischenfrüchten, Dauergrünland, Wintergerste, Winterraps und Winterweizen heißt das: Maximal 60 kg feldfallender N/ha aus Mineraldünger, Gülle, Jauche und Klärschlamm sind ab der Ernte der letzten Hauptfrucht (1. Oktober bei Dauergrünland und Wechselwiese) bis zum Beginn des jeweiligen Stickstoffausbringverbotes erlaubt (Strohdüngung von 30 kg N/ha inklusive). Eine Förderung der Strohrotte (Maisstroh und Getreidestroh) ohne Anbau einer Folge- oder Zwischenfrucht im Herbst ist ab 2018 nicht mehr zulässig.

Die Folgen der Sperrfrist

In der Folge dieser Sperrfrist sind die Möglichkeiten, größere Mengen an Gülle und Biogasgärresten im Herbst auszubringen, eingeschränkt. Der Schwerpunkt der Gülleausausbringung verlagert sich auf das Frühjahr. Sobald die Böden trag- und aufnahmefähig sind (nicht durchgefroren, wassergesättigt, überschwemmt und schneebedeckt), werden Gülle oder Biogasgärreste ausgebracht. Zu diesem Zeitpunkt sind die Vegetationsstände der Winterungen jedoch sehr unterschiedlich, das Ende der Sperrfrist und der Vegetationsstart der Kultur können zeitlich weit auseinanderliegen.

Mehr zeitlicher Spielraum

Bei einer frühzeitigen Ausbringung von flüssigen Wirtschaftsdüngern noch vor Vegetationsstart und einsetzendem Nährstoffbedarf unterliegt der ausgebrachte Güllestickstoff verschiedenen Verlustrisiken. Unmittelbar nach der Ausbringung besteht das Risiko der Ammoniak- ausgasung. Eine einsetzende Nitrifikation des Ammoniumstickstoffs im Boden lässt anschließend Nitrat entstehen, das dem Risiko der Verlagerung in tiefere Bodenschichten unterliegt. Nitrifikationsinhibitoren verzögern die Bildung von Nitratstickstoff und verlängern die Ammoniumphase. Der Zeitraum bis zum Einsetzen des wesentlichen Stickstoffbedarfs der Kultur wird überbrückt, die verlängerte Ammoniumphase reduziert das Risiko der Nitratverlagerung. Auch gasförmige Verluste in Form von Lachgas beim Einschlitzen bzw. Injizieren von Gülle bzw. Biogasgärresten werden reduziert.

Entec FL erhöht die N-Effizienz

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Grafik 1: Kultur Winterweizen © EuroChem Agro GmbH
In Zusammenarbeit mit der LK Niedersachsen wurde der Einsatz des Güllestabilisators Entec FL über 3 Jahre zu verschiedenen Ausbringungszeitpunkten untersucht.

Die Erfahrungen im Winterweizen am Standort Wehnen (siehe Grafik 1): Unterschiedliche Ausbringungszeitpunkte beeinflussen die Ertragswirkung der organischen Düngung. Die frühzeitig ausgebrachte Gülle (hier 15. Februar) zeigt eine geringere Ertragswirkung als die zu Vegetationsbeginn ausgebrachte (Ertragsunterschied 3,6 dt/ha). Die Stabilisierung der Gülle mit Entec FL insbesondere zum frühen Termin verbessert die Nährstoffausnutzung und führt zu Ertragsteigerungen von 10,7 dt/ha. Auch beim späteren Ausbringtermin der Gülle zu Vegetationsbeginn konnte noch ein Mehrertrag von 2 dt/ha mit einem Nitrifikationshemmer erzielt werden.
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Grafik 2: Kultur Wintergerste © EuroChem Agro GmbH
Erfahrungen in der Wintergerste am Standort Vechta (siehe Grafik 2): Die Gülleausbringung zu Vegetationsbeginn erzielt einen Ertragszuwachs von 3,7 % (=3,3 dt/ha) in der Variante mit Entec FL. Die sehr frühzeitige Ausbringung mit zugesetztem Güllestabilisator im Februar (nach Ende der Sperrfrist) erhöht den Ertrag um 7,4 %. Die Ertragssteigerungen belegen die Effizienz der Gülledüngung mit Nitrifikationshemmer. Fazit aus dieser Versuchsreihe: Je leichter und durchlässiger der Boden ist und je früher der Zeitpunkt der Gülleausbringung vor dem eigentlichen Hauptnährstoffbedarf der Kultur liegt, desto wichtiger ist es, den Stickstoff durch Zugabe eines Nitrifikationshemmstoffs vor Verlagerung zu schützen.

Mehr Ertrag, gut für die Umwelt

Neben einer optimalen Ausbringtechnik für Gülle und Biogasgärreste kann auch der Einsatz von Nitrifikationshemmstoffen dazu beitragen, die Nitratauswaschung und Emissionsbelastungen durch Ammoniak- und Lachgasbildung zu verringern. Die Güllestabilisierung hat eine positive Umweltwirkung und erhöht die Erträge in der Pflanzenproduktion.

Anwendungsempfehlungen

Güllestabilisatoren sollten gleichmäßig in die organischen Wirtschaftsdünger eingemischt werden:
  • bei der Homogenisierung im Lagerbehälter direkt vor der Ausbringung,
  • beim Befüllen des Ausbringfahrzeugs mittels eines Bypasses über den Ansaugschlauch,
  • mit entsprechender Dosiertechnik. Entec FL wirkt unabhängig von der angebauten Kultur oder der ausgebrachten N-Menge/ha. Entscheidend ist die Konzentration des Wirkstoffs im Boden. Die Aufwandmengen unterscheiden sich pro Hektar nach der Applikationstechnik:
  • Im Ackerland flache Gülleeinarbeitung bis 10 cm oder Kopfdüngung (6 l/ha). Alternativ streifenförmige Applikation als Unterfußdüngung (Strip-Till, 4 l/ha).
  • Im Grünland streifenförmige Applikation (Schleppschuh, Schleppschlauch, Injektion, 6 l/ha).

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Autor:
Bernhard Fuchs, Reiner End, Fachberatung EuroChem Agro GmbH